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Ansprüche sichern

Rund um Immobilien-Eigentum

Berichtigung des Grundbuchs

Die Erben treten in die Rechte und Pflichten des Erblassers ein. Gehört zum Vermögen des Erblassers ein bebautes oder unbebautes Grundstück oder eine Eigentumswohnung geht das Eigentum hieran mit dem Tod automatisch auf die Erben über.

Das Grundbuch ist unrichtig geworden, da immer noch der Erblasser als Eigentümer verzeichnet ist. Das Grundbuch wird durch die Eintragung der Erben als Eigentümer wieder richtig. Über das Grundstück können die Erben nur verfügen, wenn sie als Eigentümer eingetragen sind.

Als Erbe kannst Du und jeder Deiner Miterben die Berichtigung des Grundbuchs beantragen.

Hinweis

Jeder Miterbe kann alleine die Teilungsversteigerung über ein im Nachlass befindliches Grundstück oder eine Immobilie beim Amtsgericht beantragen. Das Gericht lässt dann von einem Sachverständigen den Wert schätzen und führt die Versteigerung durch. Vom Antrag bis zur Versteigerung können 12 Monate vergehen.

Verfahren & Prozess der Grundbuchberichtigung

1. Antrag auf Grundbuchberichtigung

Beim Grundbuchamt bei dem Amtsgericht, in dessen Bereich das Grundstück liegt, stellst Du oder Deine Miterben einen Antrag auf Berichtigung des Grundbuchs. Es wird beantragt, dass die Erben als Eigentümer in das Grundbuch eingetragen werden.

Antragsberechtigt ist jeder einzelne Miterbe.

Bei der Erbengemeinschaft werden die Miterben mit dem Zusatz „in Erbengemeinschaft“ – allerdings ohne Erbquoten – im Grundbuch eingetragen.

Im Grundbuch wird neben den Erben auch die Nacherbschaft sowie die Testamentsvollstreckung – soweit vorhanden – von Amts wegen ins Grundbuch eingetragen.

Für die Berichtigung des Grundbuchs müssen die Erben dem Grundbuchamt ihre Erbenstellung nachweisen.

2. Nachweis der Erbenstellung gegenüber dem Grundbuchamt

Zur Begründung des Antrags auf Berichtigung des Grundbuchs sind dem Grundbuchamt die Unrichtigkeit des Grundbuchs und die durch die Erbfolge eingetretene tatsächliche Rechtslage nachzuweisen.

Deine Erbenstellung weist Du grundsätzlich durch einen Erbschein oder ein Europäisches Nachlasszeugnis nach.

Bei notariell beurkundetem Testament oder Erbvertrag kann jedoch eine beglaubigte Abschrift der Verfügung von Todes wegen sowie des Eröffnungsprotokolls des Nachlassgerichts vorgelegt werden. Allerdings muss die notariell beurkundete Verfügung von Todes wegen so eindeutig abgefasst ist, dass keine Zweifel an der Erbfolge bestehen. Sonst verlangt das Grundbuchamt auch hier einen Erbschein oder ein Europäisches Nachlasszeugnis.

Bei einem privatschriftlichen Testament wird immer ein Erbschein oder ein Europäisches Nachlasszeugnis verlangt.

Mehr zu den Themen findest Du unter ‚Wie kann ich handeln‚, ‚Als Erbe handeln/ Brauche ich einen Erbschein?‘ und ‚Als Erbe handeln/ Europäisches Nachlasszeugnis‘.

3. Gebühren

Die Grundbuchberichtigung ist bis zum Ablauf von 2 Jahren nach dem Todesfall gebührenfrei.

Grunderwerbsteuer fällt bei einem Erwerb durch Erbschaft nicht an. Auch nicht bei einem Erwerb eines zum Nachlass gehörenden Grundstücks durch Miterben zur Teilung des Nachlasses.

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