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Erbe sein - Rechte und Pflichten

Soll ich das Erbe annehmen oder ausschlagen?

Im Überblick

Mit dem Tod des Erblassers fällt den Erben der Nachlass in diesem Zeitpunkt automatisch an.

  • Die Erben treten in alle Rechte und Pflichten des Verstorbenen ein und übernehmen sein Vermögen, bestehende Verträge und aber auch sämtliche Schulden des Verstorbenen.
  • Wenn kein Vermögen vorhanden ist, haften sie mit ihrem eigenen Vermögen.

Jeder einzelne Miterbe kann für sich entscheiden, ob er seinen Erbteil annimmt oder diesen ausschlägt.

Je nach Situation musst Du innerhalb einer Frist von 6 Wochen entscheiden, ob es besser ist, das Erbe auszuschlagen. Lebte der Verstorbene im Ausland oder hält sich der Erbe außerhalb von Deutschland auf, verlängert sich die Frist auf 6 Monate.

I. Erbe annehmen

1. Annahme

Für die Annahme der Erbschaft musst Du nichts tun, da Dir als Erben die Erbschaft  – Vermögen und Verbindlichkeiten –  zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers automatisch anfällt. Du musst keine Erklärung abgeben, um Erbe zu werden.

Mehr dazu wann Du endgültig Erbe wirst und Dein Recht das Erbe auszuschlagen verlierst und welche Handlungen Du vermeiden solltest, wenn Du noch nicht sicher bist, ob Du das Erbe annehmen willst, erfährst Du im nächsten Reiter unter ‚Erbe annehmen‘.

2. Anfechtung der Annahme

Es besteht die Möglichkeit die Annahme der Erbschaft anzufechten. Gründe können bspw. sein, dass der Erbe nicht weiß, dass sein Verhalten als schlüssige Annahme der Erbschaft gewertet wird oder dass der Erbe sich darüber geirrt hat, dass Schulden vorliegen

Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Annahme anfechten‘.

II. Erbe ausschlagen

1. Ausschlagung und Ausschlagungsfrist

Mit der Ausschlagung Deiner Erbschaft verlierst Du Dein Erbrecht. Du wirst behandelt, als wäre Dir die Erbschaft nie angefallen. Die Erbschaft geht auf den nächsten gesetzlichen Erben über.

Willst Du die Erbschaft ausschlagen, kannst Du dies nur innerhalb einer Frist von sechs Wochen tun.

  • Die Ausschlagungsfrist beginnt, wenn der Erbfall eingetreten ist und Du Kenntnis von Deiner Erbschaft hast.
  • Die Ausschlagungsfrist verlängert sich auf 6 Monate, wenn der Verstorbene im Ausland lebte oder der Erbe sich außerhalb von Deutschland aufhält.

Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Erbe ausschlagen‘.

2. Ausschlagung aus taktischen Gründen

Neben der Überschuldung kann auch eine Ausschlagung der Erbschaft aus taktischen Gründen sinnvoll sein.

Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Ausschlagungsgrund‘.

3. Alternative zur Erbausschlagung: Begrenzung der Haftung auf den Nachlass

Ist die Vermögenssituation unübersichtlich und besteht das Risiko, dass der Nachlass überschuldet sein könnte, kommen neben der Erbausschlagung auch Maßnahmen zur Beschränkung der Haftung auf den Nachlass in Betracht.

Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Wie kann ich die Haftung auf den Nachlass begrenzen?‘.

4. Anfechtung der Ausschlagung

Es besteht die Möglichkeit die Ausschlagung der Erbschaft anzufechten.

Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Ausschlagung anfechten‘.

Wie nehme ich die Erbschaft an?

Für die Annahme der Erbschaft musst Du nichts tun, da Dir als Erben die Erbschaft  – Vermögen und Verbindlichkeiten –  zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers automatisch anfällt. Du musst keine Erklärung abgeben, um Erbe zu werden.

Die Annahme der Erbschaft erfolgt folgendermaßen

Du wirst endgültig Erbe und verlierst Dein Recht die Erbschaft auszuschlagen,

  • wenn die Frist für die Ausschlagung (6 Wochen) abgelaufen ist, oder
  • wenn Du die Annahme der Erbschaft ausdrücklich erklärt hast, oder
  • wenn Du die Annahme der Erbschaft schlüssig erklärt hast, d.h. Du hast Erklärungen abgegeben und Handlungen vorgenommen, die darauf schließen lassen, dass Du die Erbschaft behalten willst.

Zu diesen Handlungen gehören bspw.

    • einen Erbschein zu beantragen
    • einen Anspruch aus der Erbschaft geltend zu machen
    • über einen Gegenstand aus der Erbschaft zu verfügen

Nimmst Du Handlungen dieser Art vor, kann daraus abgeleitet werden, dass Du die Erbschaft annimmst und Du wirst endgültig Erbe.

Beachte

Gerade, wenn Du noch nicht sicher bist, ob Du das Erbe annehmen willst, solltest Du alle Erklärungen und Handlungen vermeiden, aus denen abgeleitet werden kann, dass Du die Erbschaft behalten willst, da Du mit dieser schlüssigen Annahme der Erbschaft endgültig Erbe wirst.

Tipp

Stellt sich später heraus, dass Du Dich z.B. darüber geirrt hast, dass Schulden vorliegen oder auch bei anderen Gründen (wie Inhalts- oder Eigenschaftsirrtum, Täuschung oder Drohung), besteht die Möglichkeit die Annahme der Erbschaft anzufechten und damit die Erbschaft auszuschlagen.

Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Annahme anfechten‘.

Gründe für eine Ausschlagung

Die Ausschlagung einer Erbschaft kann verschiedene Gründe haben.

Mögliche Gründe für die Ausschlagung

  • In der Regel wird die Erbschaft wegen Überschuldung ausgeschlagen.
  • Auch persönliche Gründe können eine Rolle spielen.
  • Die Ausschlagung der Erbschaft kann aber auch aus taktischen Gründen sinnvoll sein.

Beispiele für eine taktische Ausschlagung sind:

I. Erbausschlagung zu Gunsten nachfolgender Erben

Der Erbe kann zu Gunsten nachfolgender Erben ausschlagen. Mit der Ausschlagung der Erbschaft verliert er sein Erbrecht und wird behandelt, als wäre ihm die Erbschaft nie angefallen. Die Erbschaft geht auf den nächsten gesetzlichen Erben über

Beispiel

Der überlebende Ehepartner schlägt zu Gunsten der gemeinsamen Kinder die Erbschaft aus. Die Erbschaft geht auf den nächsten gesetzlichen Erben über. Sind die nächsten gesetzlichen Erben die Kinder, wird ihr Erbanteil durch die Ausschlagung anteilig erhöht.

Frist

Willst Du das Erbe ausschlagen, musst Du das innerhalb einer Frist von sechs Wochen tun.

Lebte der Verstorbene im Ausland oder hält sich der Erbe außerhalb von Deutschland auf, verlängert sich die Ausschlagungsfrist auf 6 Monate.

Mehr zu dem Thema findest Du unter dem Reiter ‚Erbe ausschlagen‘.

Rechtsrat einholen

Eine so weitreichende Entscheidung, wie die Ausschlagung der Erbschaft zu Gunsten nachfolgender Erben, sollte man sich sehr gut überlegen.

Um sicherzugehen, ob durch die Ausschlagung das gewünschte Ergebnis erreicht wird und welche steuerlichen Auswirkungen die Ausschlagung (insbesondere bei den Begünstigten) hat, solltest Du rechtlichen Rat einholen.

Mehr zu dem Thema findest Du unterSteuern regeln‘.

II. Erbausschlagung in der Zugewinngemeinschaft

Eine Ausschlagung der Erbschaft in der Zugewinngemeinschaft kommt in Betracht, wenn der überlebende Ehepartner selbst keinen oder nur geringen Zugewinn erzielt hat, da er u.U. bei einer Ausschlagung der Erbschaft besser dasteht als bei einer Annahme.

In der Zugewinngemeinschaft hat der Ehegatte im Erbfall die Möglichkeit zwischen zwei Varianten zu wählen.

Bei Annahme der Erbschaft steht ihm eine Erbquote von ¼ (pauschalierter Zugewinnausgleich) plus die gesetzliche Erbquote (z.B. ¼ neben Kindern) zu. Darüber hinaus steht ihm der sog. „Voraus“ zu, ein Anspruch auf die Haushaltsgegenstände und die Hochzeitsgeschenke.

Bei Ausschlagung der Erbschaft steht dem Ehegatten gegen den Erben ein Anspruch auf den konkret berechneten Zugewinnausgleich zu sowie „nur“ ein Anspruch auf den gesetzlichen Pflichtteil, der die Hälfte des gesetzlichen Erbteils ausmacht (z.B. 1⁄8 = 50 % von ¼), wenn Kinder vorhanden sind). Den Anspruch auf den sog. „Voraus“ verliert er bei der Ausschlagung.

Mehr zu den Themen findest Du unter ‚Wer ist gesetzlicher Erbe/ Ehegatte‘ und ‚Mögliche Ansprüche gegen Erben?/ Ehegatte‘.

In bestimmten Konstellationen in der Zugewinngemeinschaft steht der überlebende Ehegatte u. U. besser da, wenn er die Erbschaft ausschlägt.

Beispiel

Hat der Verstorbene während der Ehe einen Vermögenszugewinn erzielt, der erheblich über ein Viertel des gesamten Nachlasses hinausgeht, würde der überlebende Ehegatten mit einer pauschalierten Erhöhung der Erbquote schlechter stehen, als mit einer konkreten Berechnung des Zugewinns.

In diesem Fall sollten die Variante ‚Annahme‘ und die Variante ‚Ausschlagung‘ konkret berechnet und gegenüber gestellt werden.

Frist

Willst Du das Erbe ausschlagen, musst Du das innerhalb einer Frist von sechs Wochen tun.

Lebte der Verstorbene im Ausland oder hält sich der Erbe außerhalb von Deutschland auf, verlängert sich die Ausschlagungsfrist auf 6 Monate.

Mehr zu dem Thema findest Du unter dem Reiter ‚Erbe ausschlagen‘.

Rechtsrat einholen

Um zu wissen, ob der Ehegatte in der Zugewinngemeinschaft bei der Ausschlagung besser dasteht, müssen beide genannten Varianten „Annahme“ und „Ausschlagung“ ausgerechnet und einander gegenübergestellt werden.

Du solltest Rechtsrat einholen, da die Berechnung des tatsächlich erwirtschafteten Zugewinns komplex ist und in kurzer Zeit, nämlich innerhalb der Ausschlagungsfrist von 6 Wochen erfolgen muss.

Erbschaft ausschlagen

Was die Ausschlagung einer Erbschaft bedeutet, was zu beachten ist und wie der Prozess bei der Ausschlagung der Erbschaft abläuft, erfährst Du im Folgenden.

I. Ausschlagung allgemein

1. Ausschlagung und Ausschlagungsfrist

Mit der Ausschlagung Deiner Erbschaft verlierst Du Dein Erbrecht. Du wirst behandelt, als wäre Dir die Erbschaft nie angefallen. Die Erbschaft geht auf den nächsten gesetzlichen Erben über.

Der Ausschlagende verliert in der Regel mit wenigen Ausnahmen auch seinen Pflichtteilsanspruch.

Willst Du die Erbschaft ausschlagen, kannst Du dies nur innerhalb einer Frist von sechs Wochen tun.

  • Die Ausschlagungsfrist beginnt, wenn der Erbfall eingetreten ist und Du Kenntnis von Deiner Erbschaft hast.
  • Die Ausschlagungsfrist verlängert sich auf 6 Monate, wenn der Verstorbene im Ausland lebte oder der Erbe sich außerhalb von Deutschland aufhält.

Frist

Willst Du das Erbe ausschlagen, musst Du das innerhalb einer Frist von sechs Wochen tun.

Lebte der Verstorbene im Ausland oder hält sich der Erbe außerhalb von Deutschland auf, verlängert sich die Ausschlagungsfrist auf 6 Monate.

Hast Du die Ausschlagungsfrist verpasst, gilt dies als Annahme der Erbschaft.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit sowohl die Ausschlagung als auch die Annahme der Erbschaft anzufechten.

Mehr zu den Themen findest Du in den nächsten Reitern unter ‚Ausschlagung anfechten‘ und ‚Annahme anfechten‘.

2. Ausschlagungsgrund

Die Erbschaft kann ohne Angabe von Gründen ausgeschlagen werden.

Neben der Überschuldung kann auch eine Ausschlagung der Erbschaft aus taktischen Gründen sinnvoll sein.

Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Ausschlagungsgrund‘.

Hinweis

Auch bei Ausschlagung der Erbschaft kann es sein, dass der Erbe die Kosten für die Bestattung tragen muss, nämlich dann, wenn er nicht nur Erbe, sondern auch unterhalts- oder bestattungspflichtiger Angehöriger ist.

3. Verfahren bei Ausschlagung Minderjähriger

Eine Erbschaft, die einem minderjährigen Erben angefallen ist, kann nur von beiden Elternteilen in Vertretung des Kindes ausgeschlagen werden. Zusätzlich muss die Genehmigung des Vormundschaftsgerichtes/ Familiengerichtes vorliegen, es sei denn, dass das minderjährige Kind allein deswegen Erbe geworden ist, weil ein Elternteil die Erbschaft ausgeschlagen hat.

II. Wie ist der Prozess bei der Ausschlagung der Erbschaft und was ist zu beachten?

11

Ausschlagung

erklären ggü. dem

Nachlassgericht

22

Grund

für die

Ausschlagung

33

Innerhalb der

Ausschlagungs-

Frist

44

Kosten

der

Ausschlagung

55

Rechtsfolgen

der

Ausschlagung

1

Ausschlagung erklären ggü. dem Nachlassgericht

  • Zuständig ist das Nachlassgericht am eigenen Wohnsitz und am letzten Wohnsitz des Verstorbenen.
  • Das Erbe kann nur durch eine Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht ausgeschlagen werden. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:
    • Der Erbe erscheint persönlich beim Nachlassgericht und gibt die Ausschlagung direkt beim Nachlassgericht zu Protokoll, oder
    • Der Erbe erklärt beim Notar, dass er ausschlagen möchte. Dieser schickt die notariell beglaubigte Erklärung an das zuständige Nachlassgericht.
  • In der Regel sind die folgenden Unterlagen erforderlich
    • Kopie des Personalausweises des Erbschaftsausschlagenden
    • Ggf. Kopie der Ausweise der Kinder/ Sorgeberechtigter
    • Schreiben des Nachlassgerichts
2

Grund für die Ausschlagung

  • Ein Grund für die Ausschlagung muss nicht genannt werden.
  • Neben der Überschuldung als Ausschlagungsgrund kommt auch ein „taktisches Ausschlagen“ in Betracht. Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Ausschlagungsgrund‘.
  • Die Ausschlagung und der damit einhergehende Verlust Deines Erbrechts ist ein einschneidender Schritt. Vielleicht ist in Deinem Fall auch eine Möglichkeit, Maßnahmen zu ergreifen, um die Haftung auf den Nachlass zu begrenzen. Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Wie kann ich die Haftung auf den Nachlass begrenzen?‘.
3

Innerhalb der Ausschlagungsfrist

Als Erbe kannst Du die Erbschaft innerhalb einer Frist von sechs Wochen ausschlagen.

  • Wenn der Verstorbener im Ausland lebte oder der Erbe sich außerhalb von Deutschland aufhält, verlängert sich die Ausschlagungsfrist auf 6 Monate.
  • Die Ausschlagungsfrist beginnt, wenn der Erbfall eingetreten ist und Du Kenntnis von Deiner Erbschaft hast.
  • Die Erklärung muss innerhalb der Ausschlagungsfrist beim Nachlassgericht vorliegen.

Hast Du die Ausschlagungsfrist versäumt besteht grundsätzlich die Möglichkeit die Annahme anzufechten. Genaueres zu dem Thema findest Du unter ‚Annahme anfechten?‘.

4

Kosten der Ausschlagung

Die Ausschlagung verursacht Kosten, die sich nach dem Wert des Nachlasses richten. Bei einem überschuldeten Nachlass betragen die Kosten rd. 30,- EUR. Hast Du einen Notar beauftragt, fallen weitere Kosten an.

5

Rechtsfolgen der Ausschlagung

Mit der Ausschlagung Deiner Erbschaft verlierst Du Dein Erbrecht. Du wirst behandelt, als wäre Dir die Erbschaft nie angefallen. Die Erbschaft geht auf den nächsten gesetzlichen Erben über.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit die Erbschaft anzufechten. Mehr zu dem Thema erfährst Du unter ‚Ausschlagung anfechten‘.

Ob die Ausschlagung form- und fristgerecht erklärt wurde, wird vom Nachlassgericht nicht bei Zugang der Ausschlagungserklärung, sondern erst in einem möglichen späteren Erbscheinverfahren geprüft.

Kann ich die Annahme meiner Erbschaft anfechten?

Du hast die Möglichkeit die Annahme Deiner Erbschaft anzufechten.

I. Allgemein

Eine wirksame Anfechtung der Annahme der Erbschaft gilt als Ausschlagung. Für eine wirksame Anfechtung ist erforderlich die Anfechtung der Annahme gegenüber dem Nachlassgericht unter Darlegung eines beachtlichen Anfechtungsgrundes fristgerecht zu erklären.

1. Anfechtungsgrund

Ein Grund für die Anfechtung liegt vor, wenn der Erbe bei der Annahme der Erbschaft

  • sich über den Inhalt der Erklärung oder über eine verkehrswesentliche Eigenschaft einer Sache oder einer Person geirrt hat, oder
  • eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte, oder
  • arglistig getäuscht wurde, oder
  • widerrechtlich durch Drohung bestimmt wurde.

Ob ein beachtlicher Anfechtungsgrund vorliegt, ist im Einzelfall zu prüfen.

Beispiele

  • Irrt der Erbe sich darüber, dass es ein Ausschlagungsrecht gibt, handelt es sich um einen unbeachtlichen Rechtsfolgenirrtum.
  • Weiß der Erbe nicht, dass sein Verhalten als schlüssige Annahme der Erbschaft gewertet wird, kommt ein Inhaltsirrtum in Betracht.
  • Hat der Erbe sich insgesamt darüber geirrt, dass Schulden vorliegen, kann ein Inhaltsirrtum vorliegen. Nicht ausreichend ist hingegen, dass der Erbe sich verrechnet oder die Güter falsch bewertet hat.
  • U.U. wenn der Annehmende sich nicht bewusst ist, dass er mit der Annahme der Erbschaft zugleich auf die Möglichkeit des § 2306 Abs. 1 und damit auf seinen Pflichtteilsanspruch verzichtet.

2. Anfechtungsfrist

Die Anfechtung muss gegenüber dem Nachlassgericht fristgerecht erklärt werden. Die Frist beträgt 6 Wochen ab Kenntnis des Anfechtungsgrundes, bei Drohung ab dem Zeitpunkt, in welchem die Zwangslage aufhört. Die Frist beträgt 6 Monate, wenn der Verstorbener im Ausland lebte oder der Erbe sich außerhalb von Deutschland aufhält.

Rechtsrat einholen

Bei der Anfechtung der Annahme Deiner Erbschaft kann es ratsam sein, einen Rechtsanwalt konsultieren.

II. Wie ist der Prozess und was ist zu beachten?

11

Grund

für die

Anfechtung

22

Anfechtung erklären

ggü. dem

Nachlassgericht

33

Innerhalb der

Anfechtungs-

Frist

44

Rechtsfolge

der

Anfechtung

1

Grund für die Anfechtung

Wenn Du die Anfechtung Deiner Annahme erklärst, musst Du die Anfechtung begründen. (s.o. I. 1.) Das Nachlassgericht entscheidet dann, ob der von Dir vorgetragene Anfechtungsgrund beachtlich ist.

2

Anfechtung erklären ggü. dem Nachlassgericht

Die Anfechtung der Annahme erfolgt durch Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht.

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Der Erbe erscheint persönlich beim Nachlassgericht und erklärt die Anfechtung der Annahme direkt beim Nachlassgericht zu Protokoll, oder
  • Der Erbe erklärt beim Notar, dass er die Annahme der Erbschaft anfechten möchte. Dieser schickt die notariell beglaubigte Erklärung an das zuständige Nachlassgericht.
3

Innerhalb der Anfechtungsfrist

Die Frist zur Erklärung der Anfechtung beträgt 6 Wochen ab Kenntnis des Anfechtungsgrundes, bei Drohung ab dem Zeitpunkt, in welchem die Zwangslage aufhört. Die Frist beträgt 6 Monate, wenn der Verstorbener im Ausland lebte oder der Erbe sich außerhalb von Deutschland aufhält.

4

Rechtsfolge der Anfechtung

Das Nachlassgericht gibt entweder der Anfechtung statt oder weist die Anfechtung zurück.

Eine wirksame Anfechtung der Annahme der Erbschaft gilt als Ausschlagung.

Hinweis

U.U. macht sich der Anfechtende schadensersatzpflichtig, wenn einem Dritten im Vertrauen auf die Gültigkeit der Annahme ein Schaden entstanden ist

Kann ich die Ausschlagung meiner Erbschaft anfechten?

Du hast die Möglichkeit die Ausschlagung Deiner Erbschaft anzufechten.

I. Allgemein

Eine wirksame Anfechtung der Ausschlagung der Erbschaft gilt als Annahme. Für eine wirksame Anfechtung ist erforderlich die Anfechtung der Ausschlagung gegenüber dem Nachlassgericht unter Darlegung eines beachtlichen Anfechtungsgrundes fristgerecht zu erklären.

1. Anfechtungsgrund

Ein Grund für die Anfechtung liegt vor, wenn der Erbe bei der Ausschlagung  der Erbschaft

  • sich über den Inhalt der Erklärung oder über eine verkehrswesentliche Eigenschaft einer Sache oder einer Person geirrt hat, oder
  • eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte, oder
  • arglistig getäuscht wurde, oder
  • widerrechtlich durch Drohung bestimmt wurde.

Ob ein beachtlicher Anfechtungsgrund vorliegt, ist im Einzelfall zu prüfen.

Beispiele

  • Ein beachtlicher Anfechtungsgrund kann vorliegen, wenn der Erbe sich im Zeitpunkt seiner Erklärung über eine verkehrswesentliche Eigenschaft des Nachlasses irrt, bspw.
    • Der Erbe irrt darüber, dass bestimmte Gegenstände oder Forderungen nicht zum Nachlass gehören.
    • Der Erbe irrt darüber, dass bestimmte Nachlassverbindlichkeiten tatsächlich bestehen und den Nachlasswert schmälern.
  • Nicht ausreichend ist, wenn der Erbe sich verrechnet oder Güter falsch bewertet.

2. Anfechtungsfrist

Die Anfechtung muss gegenüber dem Nachlassgericht fristgerecht erklärt werden. Die Frist beträgt 6 Wochen ab Kenntnis des Anfechtungsgrundes, bei Drohung ab dem Zeitpunkt, in welchem die Zwangslage aufhört. Die Frist beträgt 6 Monate, wenn der Verstorbener im Ausland lebte oder der Erbe sich außerhalb von Deutschland aufhält.

Rechtsrat einholen

Bei der Anfechtung der Ausschlagung Deiner Erbschaft kannst Du auch einen Rechtsanwalt konsultieren.

II. Wie ist der Prozess und was ist zu beachten?

11

Grund

für die

Anfechtung

22

Anfechtung erklären

ggü. dem

Nachlassgericht

33

Innerhalb der

Anfechtungs-

Frist

44

Rechtsfolge

der

Anfechtung

1

Grund für die Anfechtung

Wenn Du die Anfechtung Deiner Annahme erklärst, musst Du die Anfechtung begründen. (s.o. I. 1.) Das Nachlassgericht entscheidet dann, ob der von Dir vorgetragene Anfechtungsgrund beachtlich ist.

2

Anfechtung erklären ggü. dem Nachlassgericht

Die Anfechtung der Ausschlagung erfolgt durch Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht.

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Der Erbe erscheint persönlich beim Nachlassgericht und erklärt die Anfechtung der Ausschlagungserklärung direkt beim Nachlassgericht zu Protokoll, oder
  • Der Erbe erklärt beim Notar, dass er die Ausschlagungserklärung der Erbschaft anfechten möchte. Dieser schickt die notariell beglaubigte Erklärung an das zuständige Nachlassgericht.
3

Innerhalb der Anfechtungsfrist

Die Frist zur Erklärung der Anfechtung beträgt 6 Wochen ab Kenntnis des Anfechtungsgrundes, bei Drohung ab dem Zeitpunkt, in welchem die Zwangslage aufhört. Die Frist beträgt 6 Monate, wenn der Verstorbener im Ausland lebte oder der Erbe sich außerhalb von Deutschland aufhält.

4

Rechtsfolge der Anfechtung

Das Nachlassgericht gibt entweder der Anfechtung statt oder weist die Anfechtung zurück.

Eine wirksame Anfechtung der Ausschlagung der Erbschaft gilt als Annahme.

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