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Wie muss ich meine Steuern regeln?

Als Erbe einer Erbengemeinschaft musst Du Dich zwangsläufig auch mit dem Thema Steuern im Erbfall beschäftigen. Welche steuerlichen Verpflichtungen hat die Erbengemeinschaft, welche steuerlichen Pflichten habe ich als Erbe? Wer muss gegenüber dem Finanzamt den Erbfall anzeigen, wer die Erklärung abgeben? Zahlt die Erbengemeinschaft überhaupt Erbschaftsteuer?

Die steuerlichen Pflichten der Erbengemeinschaft bzw. des jeweiligen Erben beschränken sich aber nicht nur auf den Bereich der Erbschaftsteuer, sondern erstrecken sich auch auf Steuern des Erblassers.  Welche steuerlichen Pflichten „erbt“ man vom Erblasser? Müssen noch die Steuererklärungen des Erblassers abgeben werden?

Steuern regeln

Besonderheiten der Erbengemeinschaft

Bei einer Erbengemeinschaft musst Du drei Phasen unterscheiden:

  1. Phase: Der Erbanfall
  2. Phase: Das Bestehen der Erbengemeinschaft
  3. Phase: Die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft

1. Phase – der Erbanfall

Im Zeitpunkt des Erbfalls tritt die Erbengemeinschaft, d.h. sämtliche Erben, in die Rechtsstellung des Erblassers ein und bilden eine Gesamthandsgemeinschaft. Entsprechend treffen die Erbengemeinschaft zu diesem Zeitpunkt auch sämtliche steuerliche Pflichte, die zuvor noch von dem Erblasser zu erfüllen waren (z.B. Steuererklärungs- und Zahlungspflichten). Zivilrechtlich erbt damit die Erbengemeinschaft zwar gemeinsam –  diese wird aber nicht gemeinsam besteuert, worin ein wesentlicher Unterschied zum Zivilrecht besteht.

Für die Ermittlung der Erbschaftssteuer kommt es auf die Besteuerung des einzelnen Erben an sowie sein Anteil an dem durch den Erbfall übergegangenen Nachlass. D.h. ist dieser beschränkt oder unbeschränkt steuerpflichtig, welche persönlichen Freibeträge stehen ihm zu oder in welche Steuerklasse er fällt. Entsprechend ist auch nur dieser, und nicht die Erbengemeinschaft, zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.

2. Phase – das Bestehen der Erbengemeinschaft

Solange die Erbengemeinschaft besteht, hat diese gewissen steuerliche Verpflichtungen, die davon abhängig sind, welche Einkünfte der Erblasser bis zum Erbfall erzielte und nunmehr auf die Erbengemeinschaft übergegangen sind. Erzielte der Erblasser Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, so erzielt nun auch die Erbengemeinschaft entsprechende Einkünfte, die auch von dieser zu erklären sind. War der Erblasser hingegen nur Arbeitnehmer und hatte er auch keine sonstigen Einkünfte, so ist diese Phase für die Erben von keiner großer Relevanz.

3. Phase – die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft 

Die Phase der Auseinandersetzung ist wichtig für die Frage, ob im Rahmen der Auseinandersetzung noch steuerpflichtige Gewinne (z.B. Veräußerung eines Grundstücks oder von Gesellschaftsanteilen) realisiert werden. Dies kann zum einen dadurch eintreten, dass Vermögenswerte monetarisiert, d.h. „zu Geld“ gemacht werden, zum anderen aber auch, wenn im Rahmen der Auseinandersetzung Vermögenswerte gegen Ausgleichszahlungen übernommen werden. Hierbei handelt es sich um Fälle, bei denen ein Erbe gewissen Vermögenswerte übernimmt (z.B. das Familienheim), was jedoch einen höheren Wert ausweise, als seinem Erbanteil entspricht, und der Übernehmer daher entsprechende Ausgleichszahlungen an die übrigen Erben leistet. Derartige Zahlungen können erhebliche einkommensteuerliche Konsequenzen haben, die es zu berücksichtigen gilt. Für die Erbschaftsteuer selbst, ist die Auseinandersetzung oftmals von geringer Relevanz, solange es nicht zu einer Verschiebung der Erbquoten kommt.

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