Du bist hier: Alleinerbe nach gesetzlicher Erbfolge

Los geht es!

Der erste Schritt ist geschafft …

Dein digitaler Wegbegleiter hilft Dir den Nachlass nach deutschem Recht abzuwickeln, zunächst mit Erstinformationen.

Grundsätzliches zur Erbschaft ...
Grundsätzliches zur Erbschaft ...
  • Grundsätze zum Erben

    Der Nachlass fällt Dir als Erben mit dem Tod des Erblassers automatisch an. Als Erbe trittst Du in alle Rechte und Pflichten des Verstorbenen ein und übernimmst sein Vermögen, Verträge und Schulden. Du haftest mit Deinen Vermögen.

  • Erbschaft annehmen oder ausschlagen?

    Der Nachlass fällt den Erben mit dem Tod des Erblassers automatisch an. Willst Du die Erbschaft ausschlagen, kannst Du dies nur innerhalb von sechs Wochen tun. Lebte der Verstorbene im Ausland oder hält sich der Erbe außerhalb von Deutschland auf, verlängert sich die Frist auf 6 Monate.

To do & Überblick

Die vorliegende Seite To do und die nächste Seite Überblick sind die Steuerungsseiten und helfen Dir den Überblick zu bewahren. Auf diese Seiten kannst Du jederzeit zurückkehren. Während Du in Überblick einen Einblick in die typischen Themen erhälst, hilft Dir To do bei der zeitlichen Einordnung der Aufgaben, die in einem Erbfall anfallen können. Die Aufgaben sollten in den genannten Zeiträumen vorgenommen oder zumindest aufgenommen werden. Fristen sollten dringend eingehalten werden, um Nachteile zu vermeiden.

Eine Kurzübersicht in Form einer To-do-Liste kannst Du Dir herunterladen.

Ist das deutsche Recht anwendbar?

Es gilt das deutsche Recht, wenn der Erblasser seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hatte.

Lebte er in einem anderen europäischen Land gilt ab dem 17. August 2015 Folgendes: Es gilt das Recht des europäischen Landes, in dem der Erblasser seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte, es sei denn, er hat im Testament das Recht des Landes gewählt, dessen Staatsangehörigkeit er hatte.

In den ersten 24 Stunden ...
In den ersten 24 Stunden ...
  • Totenschein von einem Arzt ausstellen lassen

    Der Totenschein sollte unverzüglich nach Eintritt des Todes von einem Arzt ausgestellt werden. Den Totenschein brauchst Du, um die Bestattung zu organisieren und die Sterbeurkunde zu beantragen.

  • Lebens-, Unfall- und Sterbegeldversicherungen benachrichtigen

    Die Lebens-, Unfall- und Sterbegeldversicherungen sollten unverzüglich über den Todesfall des Erblassers benachrichtigt werden.

    Je nach Gestaltung der Versicherungsbedingungen ist es erforderlich der Versicherung den Tod binnen 24 bis 72 Stunden oder unverzüglich (d.h. ohne schuldhaftes Zögern) anzuzeigen. Bei einem Unfall beträgt die Anzeigefrist in der Regel 48 Stunden.

    Um die Kürzung oder Verweigerung der Leistung durch die Versicherung oder eine Auseinandersetzung darüber zu vermeiden, sollte dies dringend eingehalten werden.

    Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Ansprüche sichern/ Unfall-/ Lebensversicherung‘.

  • Angehörige, Freunde und weitere Personen benachrichtigen

    Welche Personen innerhalb der ersten 24 Stunden über den Todesfall benachrichtigt werden sollten, ist individuell zu entscheiden. Neben Angehörigen und engen Freunden können ggf. verschiedene Vertragspartner dazugehören.

  • Vom Erblasser erteilte Vollmachten widerrufen - wenn gewünscht

    Hat der Erblasser zu Lebzeiten einem Dritten eine Vollmacht, die über den Tod hinaus geht, erteilt, kannst Du als Erbe diese Vollmacht ganz oder teilweise widerrufen, da das Widerrufsrecht beim Tod des Erblassers auf Dich als Erben übergeht. Die Vollmacht kann in der Regel dann nicht widerrufen werden, wenn der Erblasser zu Lebzeiten auf das Widerrufsrecht verzichtet hat.

    Hast Du selbst keine Vollmacht und handelt der Bevollmächtigte in Deinem Interesse, wird dadurch möglicherweise die Abwicklung des Nachlasses vereinfacht.

    Ist zu befürchten, dass der Bevollmächtigte die Vollmacht missbraucht, sollte die Vollmacht umgehend widerrufen werden.

    Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Als Erbe handeln/ Erblasser-Vollmachten widerrufen‘.

  • Begünstigung eines Dritten widerrufen - wenn gewünscht

    Ist ein Dritter vom Erblasser in einer Unfall-/Lebensversicherung begünstigt worden, können die Erben unter Umständen die Begünstigung widerrufen. Ist der Widerruf erfolgreich fällt der Leistungsanspruch gegen die Versicherung in den Nachlass.

    Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Ansprüche sichern/ Unfall-/ Lebensversicherungen‘.

    Das gleiche gilt, wenn der Erblasser mit der Bank vereinbart, dass im Falle seines Todes eine bestimmte Person eine Leistung (z.B. eine Einlageforderung) erhalten soll.

    Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Ansprüche sichern/ Ansprüche rund um die Bank‘.

In den ersten 3 Tagen ...
In den ersten 3 Tagen ...
  • To do's der ersten 24 Stunden fortführen/ erledigen (s.o.)

  • Todesfall beim Standesamt anzeigen

    Der Todesfall muss beim Standesamt, in dessen Bezirk der Tod eingetreten ist, spätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag persönlich oder durch ein beauftragtes Bestattungsunternehmen angezeigt werden.

    In der Regel sind die folgenden Unterlagen erforderlich:

    • Totenschein
    • Unterlagen des Verstorbenen:
      • Personalausweis
      • Geburtsurkunde
      • Urkunden zum Familienstand, wenn
        • verheiratet (Heiratsurkunde)
        • verwitwet (Sterbeurkunde des vorverstorbenen Ehepartners)
        • geschieden (Scheidungsurteil)
      • oder beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch (kann beim Standesamt beantragt werden)
  • Sterbeurkunde beim Standesamt beantragen

    Die Sterbeurkunde wird als Nachweis über den Tod des Erblassers benötigt. Sie wird von dem Erben oder dem beauftragten Bestattungsunternehmen bei dem Standesamt beantragt, in dessen Bezirk der Tod eingetreten ist.

    In der Regel sind die folgenden Unterlagen erforderlich:

    • Totenschein
    • Personalausweis des Verstorbenen
    • Geburtsurkunde des Verstorbenen
    • Unterlagen zum Familienstand des Verstorbenen
      • verheiratet: Heiratsurkunde und falls vorhanden Ehevertrag,
      • verwitwet: Sterbeurkunde des vorverstorbenen Ehepartners,
      • geschieden: Scheidungsurteil und falls vorhanden Ehevertrag
      • oder beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch (kann beim Standesamt beantragt werden).
    • Bei Beauftragung des Bestatters: Vollmacht für Bestatter

    Tipp: Es werden mehrere Ausfertigungen der Sterbeurkunde benötigt, z.B. für Behörden, Banken, Versicherungen …

    Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Als Erbe handeln/ Wie bekomme ich die Sterbeurkunde?‘.

  • Beisetzung regeln

    Die Beisetzung, also die Art und der Ort der Bestattung, sollte entsprechend dem Willen des Verstorbenen zeitnah geregelt werden.

    Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Erbe sein/ Totenfürsorge & Bestattung‘.

    Die wichtigsten To do’s im Überblick:

    1. Überführung des Toten veranlassen

    Innerhalb von 24 bis 36 Stunden (Frist vom Bundesland abhängig) nach Eintritt bzw. nach Feststellung des Todes muss der Verstorbene in eine Kühlzelle oder eine Leichenhalle auf dem Friedhof oder beim Bestatter überführt werden.

    2. Bestattungsinstitut beauftragen

    Für die Bestattung musst Du ein Bestattungsinstitut beauftragen. Es gibt städtische und private Bestattungsinstitute. Hier kann der Sarg nebst Sargausstattung erworben werden, findet die Einsargung statt und – bei Bedarf – die Überführung und Aufbewahrung des Leichnams. Bei Bedarf übernimmt das Bestattungsunternehmen auch weitere Dienste.

    3. Friedhofsverwaltung benachrichtigen

    Mit der Friedhofsverwaltung müssen der Ort, der Zeitpunkt und weitere Einzelheiten der Bestattung geklärt werden. Je nach Bundesland muss die Beerdigung im Sarg oder die Einäscherung in einem Krematorium nach spätestens nach 4 bis 10 Tagen stattfinden. Bei einer Feuerbestattung muss die Beisetzung je nach Bundesland zwischen ein und sechs Monaten nach der Einäscherung erfolgt sein.

    4. Kirchliche Bestattung abstimmen – wenn gewünscht

    Ist eine kirchliche Bestattung gewünscht muss die Pfarrei/ Kirchengemeinde benachrichtigt und die kirchliche Bestattung abgestimmt werden.

  • Angehörige, Freunde und weitere Personen benachrichtigen

    Neben Angehörigen und Freunden weitere Personen benachrichtigen.

    Neben Angehörigen und Freunden sollten weitere Personen über den Todesfall benachrichtigt werden, wie z.B. Geschäftspartner, Vermieter, Arbeitgeber, Versicherungen, Krankenkasse, Vertragspartner …

In den ersten 4 Wochen und darüber hinaus ...
In den ersten 4 Wochen und darüber hinaus ...
  • To do's der ersten 3 Tage fortführen/ erledigen (s.o.)

  • Unterlagen des Verstorbenen sichten

    Um herauszufinden, wie die Vermögenssituation des Verstorbenen ist, welche Ansprüche und Verbindlichkeiten vorhanden sind und welche Zahlungen weiterhin zu leisten sind, solltest Du alsbald die Unterlagen des Verstorbenen (auch auf dem PC, Smartphone, Tablet und/ oder USB-Stick) sichten. Insbesondere relevant sind Kontoauszüge über ein Jahr, abgelegte Unterlagen, Verträge, Briefe und E-Mails.

    Mehr zu den Themen findest Du unter ‚Erbe sein/ Wie erkenne ich die Vermögenssituation?‘ undVerpflichtungen beenden/ Digitales Erbe‘.

  • Handlungsfähigkeit sicherstellen

    Um den Nachlass abwickeln zu können, benötigst Du

    1. einen Nachweis, dass der Erblasser verstorben ist (die Sterbeurkunde), sowie

    2. einen Nachweis als Bevollmächtigter des Erblassers über seinen Tod hinaus handeln zu dürfen (Erblasser-Vollmacht):

    • Eigene vom Erblasser erteilte Vollmacht
    • Vom Erblasser erteilte Vollmacht eines Dritten, der in Deinem Interesse tätig wird.

    und/ oder

    3. einen Nachweis, dass Du als Erbe berechtigt bist, tätig zu werden (Erbschein oder Europäisches Nachlasszeugnis)

    Zu 1. Sterbeurkunde

    Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Als Erbe handeln/ Wie bekomme ich die Sterbeurkunde?‘.

    Zu 2. Vollmacht des Erblassers

    Hat der Erblasser Dir oder einem Dritten eine unbefristete Vollmacht erteilt, kannst Du oder diese Person als Bevollmächtigter im Rahmen der vom Erblasser eingeräumten Befugnisse über seinen Tod hinaus handeln.

    Wird die bevollmächtigte Person im Interesse der Erbengemeinschaft tätig, wird dadurch die Abwicklung des Nachlasses vereinfacht. Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Als Erbe handeln/ Wie kann ich handeln?‘.

    Steht zu befürchten, dass die Vollmacht durch diese Person missbraucht wird, besteht die Möglichkeit, die Vollmacht zu widerrufen. Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Als Erbe handeln/ Erblasser-Vollmachten widerrufen‘.

    Zu 3. Erbschein oder Europäisches Nachlasszeugnis

    3.1 Erbschein: Bei der gesetzlichen Erbfolge ist der Erbschein der Nachweis Deiner Erbenstellung.

    • Du benötigst Du nicht immer einen Erbschein. Bei vielen Handlungen, die Du als Erbe vornimmst, reicht die Sterbeurkunde aus.Je nach Erbfall kann auch eine Erblasser-Vollmacht (soweit vorhanden) ausreichen, um den Nachlass abzuwickeln.
    • Bei einigen Handlungen ist der Erbschein (oder das Europäische Nachlasszeugnis) allerdings unumgänglich.

    Beachte: Der Erbschein sollte nicht beantragt werden, wenn die Möglichkeit besteht, dass der Nachlass überschuldet ist, da die Beantragung des Erbscheins konkludent als Annahme der Erbschaft gesehen wird.

    3.2 Europäisches Nachlasszeugnis: Für Erbfälle ab dem 17.08.2015 besteht die Möglichkeit ein Europäisches Nachlasszeugnis als Nachweis der Erbenstellung zu beantragen. Dieses gilt in allen Mitgliedstaaten der EU außer im Vereinigten Königreich, in Irland und Dänemark.

  • Ansprüche geltend machen

    Als Erbe trittst Du in alle Rechte und Pflichten des Verstorbenen ein und übernimmst sein Vermögen, Verträge und Schulden.

    Rechte des Verstorbenen gehen in der Regel auf Dich als Erben über. Es gibt aber auch Ansprüche, die erst mit dem Eintritt des Todesfalls entstehen. Die Umsetzung Deiner Rechte stellst Du mit Hilfe Deiner Auskunfts- und Herausgabeansprüche sicher.

    Mehr zu den Themen findest Du unter ‚Erbe sein/ Was es  bedeutet Erbe zu sein?‘, ‚Erbe sein/ Mögliche Ansprüche gegen Erben?‘ und ‚Ansprüche sichern‘.

    Welche Ansprüche konkret bestehen ist im Einzelfall unterschiedlich. Anbei findest Du eine Auswahl von möglichen Ansprüchen:

    1. Ansprüche aus Lebens-, Unfall- und Sterbegeldversicherungen

    Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Ansprüche sichern/ Unfall-/ Lebensversicherung‘.

    2. Ansprüche aus Rentenversicherungen

    • Hinterbliebenenrente oder Einmalzahlung alsbald beantragen
    • Bei der Deutschen Rentenversicherung kann ein Antrag auf Vorschuss auf die Rente innerhalb eines Monats beim Rentenservice der Deutschen Post gestellt werden.

    Mehr zu den Themen findest Du unter ‚Ansprüche sichern/ Gesetzliche Rentenversicherung‘ und ‚Ansprüche sichern/ Private Rentenversicherung‘.

    3. Ansprüche und Verpflichtungen gegenüber der Bank

    Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Ansprüche sichern/ Ansprüche rund um die Bank‘.

    4. Rund um Immobilien

    Das Grundbuch ist unrichtig geworden, da immer noch der Erblasser als Eigentümer verzeichnet ist. Daher solltest Du einen Antrag auf Berichtigung des Grundbuchs stellen, d.h. einen Antrag darauf, dass Du als Eigentümer in das Grundbuch eingetragen wirst. Erst wenn Du als Eigentümer im Grundbuch eingetragen bist, kannst Du über das Grundstück verfügen.

    Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Ansprüche sichern/ Rund um Immobilien-Eigentum‘.

  • Verbindlichkeiten regeln und Verpflichtungen beenden

    Als Erbe trittst Du in alle Rechte und Pflichten des Verstorbenen ein und übernimmst sein Vermögen, Verträge und Schulden.

    Als Erbe haftest Du für die Schulden des Erblassers und für Verbindlichkeiten, die aufgrund Deiner Erbenstellung oder aufgrund der Verwaltung des Nachlasses erst entstehen. Bestehende Verbindlichkeiten solltest Du zeitnah regeln. Deine Verpflichtungen bspw. aus Verträgen solltest Du – soweit gewünscht und möglich – zeitnah beenden.

    Mehr zu den Themen findest Du unter ‚Erbe sein/ Mögliche Ansprüche gegen Erben‘ und ‚Verpflichtungen beenden‘.

    Welche Verpflichtungen konkret bestehen ist im Einzelfall unterschiedlich. Anbei findest Du eine Auswahl von möglichen Verpflichtungen:

    1. Verträge allgemein
    Nur „höchstpersönliche“ Verträge (wie z.B. der Arbeitsvertrag) enden automatisch. Die meisten Verträge gehen im Todesfall auf die Erben über und laufen weiter. Als Erbe kannst Du den Vertrag zu den bestehenden Konditionen weiterführen oder den Vertrag beenden. Sonderkündigungsrechte aufgrund des Todesfalls bestehen nur ausnahmsweise.

    Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Verpflichtungen beenden/ Verträge allgemein‘.

    2. Mietvertrag, ggf. innerhalb der 1-Monats-Frist außerordentlich kündigen

    Bei Mietverhältnissen haben die Personen ein Vorrecht auf die Wohnung, die mit dem Verstorbenen zusammen gelebt haben. Üben diese ihre Vorrecht nicht aus oder lebte der Erblasser allein, wirst Du als Erbe automatisch Mieter. Du kannst das Mietverhältnis innerhalb eines Monats nach Kenntnis des Todes außerordentlich kündigen oder das Mietverhältnis fortsetzen, sofern nicht der Vermieter außerordentlich kündigt.

    Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Verpflichtungen beenden/ Mietvertrag‘

    3. Versicherungen

    Während personenbezogene Versicherungen in der Regel mit dem Tod enden, gehen sachbezogene Versicherungen im Todesfall auf die Erben über und laufen weiter. Du kannst den jeweiligen Vertrag zu den bestehenden Konditionen weiterführen oder den Vertrag beenden.

    Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Verpflichtungen beenden/ Weitere Verträge/ Versicherungen‘.

    4. Rund um das digitale Erbe

    Beim digitalen Erbe gehen die Daten und Verträge, die elektronisch hinterlegt sind, auf den Erben über. Dem Erben steht das Vermögen, (z.B. Rechte an Bildern, Kommunikationsinhalte, digitale Währungen) zu, er haftet aber auch für die Verbindlichkeiten (z.B. offene Rechnungen).

    Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Verpflichtungen beenden/ Digitales Erbe‘.

  • Optionen zur Erbschaftausschlagung und zur Haftungsbeschränkung prüfen

    1. Ausschlagung der Erbschaft
    Du solltest frühzeitig prüfen, ob der Nachlass überschuldet ist oder taktische Gründe für eine Ausschlagung eine Rolle spielen könnten.
    Die Erbschaft kann mit einer Frist von bis zu 6 Wochen nach Kenntnis vom Todesfall ausgeschlagen werden. Lebte der Verstorbene im Ausland oder hält sich der Erbe außerhalb von Deutschland auf, verlängert sich die Frist auf 6 Monate.

    Meist wird die Erbschaft wegen Überschuldung ausgeschlagen. Es können aber auch taktische und andere Gründe eine Rolle spielen.

    Mehr zu den Themen findest Du unter ‚Erbe sein/ Wie erkenne die Vermögenssituation?‘ und ‚Erbe sein/ Soll ich annehmen oder ausschlagen?‘.

    2. Beschränkung der Haftung auf den Nachlass
    Ist die Vermögenssituation unübersichtlich und besteht das Risiko, dass der Nachlass überschuldet sein könnte, kommen neben der Erbausschlagung auch Maßnahmen zur Beschränkung der Haftung auf den Nachlass in Betracht. Diese Maßnahmen sollten so bald wie möglich eingeleitet werden.

    Mehr zu den Themen findest Du unter ‚Erbe sein/ Wie erkenne ich die Vermögenssituation?‘, ‚Erbe sein/ Soll ich annehmen oder ausschlagen?‘ und Erbe sein/ Wie kann ich die Haftung begrenzen?‘.

  • Weitere Personen benachrichtigen

    Es sollten weitere Personen über den Todesfall benachrichtigt werden, wie z.B. Vertragspartner, Bekannte …

Im weiteren Verlauf ...
Im weiteren Verlauf ...
  • Nachlass abwickeln

    Ziel ist es den Nachlass abzuwickeln. Nach der Begleichung aller Forderungen und der Geltendmachung aller Ansprüche ist der Nachlass abgewickelt.

    Mehr zu den Themen findest Du unter ‚Erbe sein/ Was es bedeutet Erbe zu sein?‘, ‚Erbe sein/ Mögliche Ansprüche gegen Erben?‘ und ‚Erbe sein/ Wer ist gesetzlicher Erbe?‘.

  • Steuern regeln

    1. Zeige den Erbfall beim Finanzamt an!

    Der Erbfall ist dem Finanzamt innerhalb von 3 Monaten nach Kenntnis schriftlich anzuzeigen, auch wenn dies andere öffentliche Stellen u.U. bereits getan haben oder hierzu noch verpflichtet sind. Dies gilt unabhängig von der Höhe der Erbschaft und der Frage, ob Erbschaftsteuer überhaupt anfällt.

    2. Eine Erbschaftsteuererklärung brauchst Du erst nach Aufforderung des Finanzamts abgeben!

    • Nach Kenntnis des Erbfalls entscheidet das Finanzamt dann, ob Du zur Abgabe einer Steuererklärung aufgefordert wirst. Zur Abgabe einer Erbschaftsteuererklärung bist Du daher erst verpflichtet, wenn Du diese Aufforderung seitens des Finanzamtes bekommst.
    • Sofern eine Erbschaftsteuer festgesetzt wird, ist diese innerhalb ca. eines Monates nach Erhalt des Bescheides zu zahlen.  Der genaue Zeitpunkt bis wann Du spätestens die Steuer zahlen musst, kannst Du dem Bescheid entnehmen.
    • Solltest Du Zweifel an der Richtigkeit des Bescheides haben, musst Du innerhalb eines Monats Einspruch einlegen.
    • Solltest Du nach der Steuerfestsetzung noch feststellen, dass die Erbschaft u.U. doch höher ist als ursprünglich angenommen, so bist Du verpflichtet, dies dem Finanzamt umgehend anzuzeigen.

    3. Als Erbe musst Du noch die Steuern des Erblassers erklären!

    Zudem bist Du als Erbe verpflichtet die steuerlichen Pflichten des Erblassers zu erfüllen. Hierzu gehört insbesondere die Abgabe der noch ausstehenden Steuererklärungen bis zum Erbfall (insbesondere die Einkommensteuererklärung für das Erbfalljahr) sowie Zahlung etwaiger Steuerschulden (auch die, die bislang noch nicht festgesetzt wurden).

    (a) Bitte die Abgabefristen beachten!

    Daher musst Du die bislang vom Erblasser nicht eingereichten Steuererklärungen für die Jahre bis zum Erbfall entsprechend der gesetzlichen Fristen einreichen.

    • Die Einkommensteuererklärungen sind bspw. grundsätzlich bis zum 31. Juli des Folgejahres einzureichen:
      • Die Steuererklärung für das Jahr 2018 wäre daher bis zum 31. Juli 2019 einzureichen.
      • Für das Jahr 2019 gilt wegen der Coronakrise eine verlängerte Abgabefrist bis zum 31 August 2021.
    • Sofern die Steuererklärungen von einem Steuerberater erstellt werden, gelten auch dann verlängerte Fristen.
    • Sofern eine Abgabefrist kurz bevorsteht oder bereits verstrichen ist, solltest Du beim Finanzamt – mit Hinweis auf die Notwendigkeit der Einarbeitung – Fristverlängerung beantragen. Dies ist auch rückwirkend möglich, sofern die Frist bereits verstrichen ist.

    (b) Erkundige Dich, ob noch Steuern des Erblassers gezahlt werden müssen!

    Auch ausstehende Steuerverbindlichkeiten bzw. zukünftig noch fällig werdende Steuern des Erblassers sind umgehend zu zahlen. Hier solltest Du direkt beim Finanzamt nachfragen, inwieweit Steuerforderungen noch offen sind ober alsbald anstehen, da ansonsten hohe Nachzahlungszinsen drohen.

    (c) Im Zweifel Einspruch einlegen!

    Solltest Du Zweifel an der Rechtmäßigkeit der jeweiligen Steuerfestsetzung haben, müsstest Du umgehend prüfen, ob Du noch eine Änderung des Bescheides beantragen oder noch Einspruch einlegen kannst. Im Zweifel lieber (innerhalb der Einspruchsfrist von einem Monat) Einspruch einlegen und den Sachverhalt in Ruhe prüfen (lassen). Den Einspruch kannst Du jederzeit noch zurückziehen, ohne Verfahrenskosten zu verursachen. Der Einspruch ist schriftlich beim Finanzamt einzulegen und sollte begründet werden.

    (d) Bitte die Steuerunterlagen nicht zu früh entsorgen!

    • Alle mit den privaten Steuererklärungen im Zusammenhang stehenden Unterlagen solltest Du mindestens so lange aufbewahren, bis der jeweilige Bescheid bestandskräftig ist. Bescheide werden grundsätzlich einen Monat nach Bekanntgabe bestandskräftig, sofern sie nicht unter dem sog. „Vorbehalt der Nachprüfung“ ergangen sind und daher seitens des Finanzamtes nicht mehr geändert werden können. Ob dies der Fall ist, kannst Du dem Bescheid entnehmen. –
    • Bei betrieblichen/freiberuflichen Steuererklärungen gelten längere Aufbewahrungsfristen von bis zu 10 Jahren. Hier kann insbesondere auch nach dem Erbfall noch eine sog. Betriebsprüfung durch das Finanzamt erfolgen.
    • Grundsätzlich empfehlen wir diese Unterlagen auch bei bestandskräftigen Bescheiden mindestens noch fünf – sieben Jahre aufzubewahren, da man selbst nie einen vollständigen Überblick über die steuerliche Situation sowie potentiellen Rückfragen zu vergangenen Zeiträumen des Erblassers haben wird. Sollte man z.B. einen naheliegenden Verdacht haben, dass Einkünfte in der Vergangenheit nicht dem Finanzamt gemeldet wurden, wäre es hilfreich, wenn die entsprechenden Steuerunterlagen noch vorhanden wären, um dies zu klären.

    (e) Bescheide können sich auch noch nach Jahren ändern!

    Sollten nachträglich dem Finanzamt Tatsachen bekannt werden, bestehen oftmals unterschiedliche Möglichkeiten des Finanzamtes, dass selbst bestandskräftige Bescheide noch geändert werden können. Ein oftmals vorkommender Fall ist, wenn der Erblasser eine Beteiligung an einer Personengesellschaft besessen hatte (oftmals sind dies Beteiligungen an Immobilien- oder anderen Fonds). Bei diesen Fonds wird den Anteilseignern jährlich ein steuerliches Ergebnis zugewiesen. Da diese Daten aber oftmals erst sehr spät an das Finanzamt des Anteilseigners übermittelt werden, kann es in diesen Fällen auch noch Jahre später zu oftmals überraschenden Anpassungen kommen. Auch hier ist es gut, wenn man die alten Unterlagen hierzu aufbewahrt hat.

    Mehr zu den Themen findest Du unter ‚Steuern regeln‘.

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