Du bist hier: Erbengemeinschaft nach gesetzlicher Erbfolge

Verpflichtungen beenden

Weitere Verträge

Strom, Gas- und Wasserlieferverträge

Je nachdem, ob die Erben das Mietverhältnis des Verstorbenen fortführen wollen und wenn ja, ob die Erben die bestehenden Strom-, Gas- und Wasserlieferverträge fortsetzen möchten, bestehen verschiedene Handlungsoptionen.

Du und Deine Miterben habt die Wahl:

Strom, Gas- und Wasserlieferverträge

A.

Die Erben möchten einen oder mehrere Verträge übernehmen.

Wollen die Erben die Strom-, Gas- und/ oder Wasserlieferverträge übernehmen, können sie dies zu den bestehenden Konditionen tun.

Dem jeweiligen Versorgungsunternehmen sollten die Erben mitteilen, dass der bisherige Vertragspartner, nämlich der Erblasser, verstorben ist und die Erben als Rechtsnachfolger den jeweiligen Vertrag fortführen möchten. Als Nachweis sollte eine Kopie der Sterbeurkunde beigelegt werden.

B.

Die Erben möchten einen oder mehrere Verträge beenden.

Wollen die Erben die Strom-, Gas- und/ oder Wasserlieferverträge nicht fortsetzen, da die Erben das Mietverhältnis nicht fortführen oder den Anbieter wechseln möchten, sollten die Erben zeitnah kündigen. Bestehende Einzugsermächtigungen sollten die Erben widerrufen.

KÜNDIGUNG KONKRET

Wie sind die Kündigungsfristen?

  • Mit dem Auszug aus der Wohnung endet auch die Laufzeit der Strom-, Gas- und Wasserlieferverträge. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel 2 Wochen.
  • Wollen die Erben den Anbieter wechseln, gelten die vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen.

Wer unterschreibt die Kündigung?

Die Erben

Die Kündigung sollte von allen Erben erklärt und unterschrieben werden, da es sich bei der Kündigung eines Vertrages um eine Verfügung handelt, über die die Miterben nur gemeinschaftlich entscheiden können.

Sind sich die Erben nicht einig und beruht die Entscheidung, den Vertrag zu kündigen auf einem Beschluss der Mehrheit der Erben (berechnet nach den Erbanteilen), wird vertreten, dass die Erben auch ohne Mitwirkung des überstimmten Miterben den Vertrag kündigen können, wenn es sich bei der Verfügung um die Umsetzung einer durch Mehrheitsbeschluss gefassten ordnungsgemäßen Maßnahme (wie bspw. die Kündigung eines Versorgungsvertrages) handelt.

Allerdings fordern in der Praxis die Vertragspartner oft die Unterschrift von allen Miterben.

Der bevollmächtigte Miterbe

Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Erben einen Miterben bevollmächtigen für die Erbengemeinschaft tätig zu werden. Dann kann der bevollmächtigte Erbe die Kündigung für die Erbengemeinschaft unter Vorlage seiner Vollmacht vornehmen.

Wie wird die Kündigung durchgeführt?

Da jedem Vertrag unterschiedliche Vereinbarungen zugrunde liegen, dienen die dargelegten Informationen lediglich als Grundlage. Die Kündigung muss individuell auf den konkreten Vertrag zugeschnitten werden.

Am besten wird  die Kündigung von allen Erben erklärt und unterschrieben.

Grundsätzlich gilt für das Schreiben:

  • In dem Kündigungsschreiben sollten die Erben dem Versorgungsunternehmen – unter Angabe der Vertrags- oder Kundennummer – mitteilen, dass der bisherige Vertragspartner, nämlich der Erblasser, verstorben ist und die Erben als Rechtsnachfolger den Vertrag kündigen.
  • Die bei der Wohnungsübergabe abgelesenen Zählerstände aus dem Übergabeprotokoll nebst Zählernummer müssen dem Versorgungsunternehmen mitgeteilt werden.
  • Eine bestehende Einzugsermächtigung sollten die Erben widerrufen.
  • Die Schlussrechnung sollte den Erben übersandt werden und für den Fall einer Erstattung sollte eine Kontoverbindung angegeben werden.
  • Die Kündigung sollte vom Versorgungsunternehmen schriftlich bestätigt werden.
  • Beigelegte Unterlagen sollten erwähnt und am Ende aufgelistet werden.

Als Anlagen beigefügt werden sollte:

  • Eine Kopie der Sterbeurkunde.
  • Einen Nachweis über die Erbenstellung bedarf es in der Regel nicht.

Im Folgenden findest Du ein Muster einer Kündigung.

Muster einer Kündigung

Hinweis

Das jeweilige Versorgungsunternehmen sendet den Erben am Ende eine Schussrechnung. Ist die Schlussrechnung in Ordnung, sollten die Erben – je nach Ergebnis – die Zahlungsverpflichtungen begleichen oder bei einer Gutschrift die Auszahlung nachverfolgen.

Telefon, Handy, Fernsehen & Internet

Je nachdem, ob die Erben die Verträge fortsetzen oder beenden möchten, bestehen verschiedene Handlungsoptionen.

Du und Deine Miterben habt die Wahl:

Telefon, Handy, Fernsehen, Internet

A.

Die Erben möchten einen oder mehrere Verträge übernehmen.

Wollen die Erben die Verträge übernehmen, können sie dies zu den bestehenden Konditionen tun.

Dem jeweiligen Vertragspartner sollten die Erben mitteilen, dass der bisherige Vertragspartner, nämlich der Erblasser verstorben ist und die Erben als Rechtsnachfolger den jeweiligen Vertrag fortführen möchten. Als Nachweis sollte eine Kopie der Sterbeurkunde beigelegt werden.

B.

Die Erben möchten einen oder mehrere Verträge beenden.

Werden die Verträge nicht benötigt, sollten die Erben diese schnellst möglich kündigen, um weitere Kosten zu vermeiden. Bestehende Einzugsermächtigungen sollten die Erben widerrufen.

KÜNDIGUNG KONKRET

Wie sind die Kündigungsfristen?

Es gelten die vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen. Ein außerordentliches Kündigungsrecht gibt es in der Regel nicht.

Die Kündigung eines Vertrages ist daher nur bis zum Ende der Laufzeit möglich, die meisten Unternehmen sind beim Tod eines Kunden aber kulant.

Aus diesem Grund sollte die Kündigung so schnell wie möglich erfolgen, um weitere Kosten zu vermeiden.

Wer unterschreibt die Kündigung?

Die Erben

Die Kündigung sollte von allen Erben erklärt und unterschrieben werden, da es sich bei der Kündigung eines Vertrages um eine Verfügung handelt, über die die Miterben nur gemeinschaftlich entscheiden können.

Sind sich die Erben nicht einig und beruht die Entscheidung, den Vertrag zu kündigen auf einem Beschluss der Mehrheit der Erben (berechnet nach den Erbanteilen), wird vertreten, dass die Erben auch ohne Mitwirkung des überstimmten Miterben den Vertrag kündigen können, wenn es sich bei der Verfügung um die Umsetzung einer durch Mehrheitsbeschluss gefassten ordnungsgemäßen Maßnahme (wie bspw. die Kündigung eines Festnetz- oder Mobilfunk-Vertrages) handelt.

Allerdings fordern in der Praxis die Vertragspartner oft die Unterschrift von allen Miterben.

Der bevollmächtigte Miterbe

Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Erben einen Miterben bevollmächtigen für die Erbengemeinschaft tätig zu werden. Dann kann der bevollmächtigte Erbe die Kündigung für die Erbengemeinschaft unter Vorlage seiner Vollmacht vornehmen.

Wie wird die Kündigung durchgeführt?

Da jedem Vertrag unterschiedliche Vereinbarungen zugrunde liegen, dienen die dargelegten Informationen lediglich als Grundlage. Die Kündigung muss individuell auf den konkreten Vertrag zugeschnitten werden.

Grundsätzlich gilt für das Schreiben:

  • In dem Kündigungsschreiben sollten die Erben dem jeweiligen Vertragspartner – unter Angabe der Vertrags- oder Kundennummer – mitteilen, dass der bisherige Vertragspartner, nämlich der Erblasser, verstorben ist und die Erben als Rechtsnachfolger den Vertrag kündigen.
  • Den Vertrag sollten die Erben mit sofortiger Wirkung, hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt kündigen.
  • Eine bestehende Einzugsermächtigung sollten die Erben widerrufen.
  • Die Endabrechnung sollte den Erben übersandt werden und für den Fall einer Erstattung sollte eine Kontoverbindung angegeben.
  • Auf vorhandene Leihgeräte, die zurückgeschickt werden müssen, sollte kurz eingegangen werden, z.B. dass diese bereits zurückgeschickt wurden oder in Kürze zurückgeschickt werden.
  • Die Kündigung unter Mitteilung des genaue Zeitpunkts der Vertragsbeendigung sollte durch den jeweiligen Vertragspartner schriftlich bestätigt werden.
  • Beigelegte Unterlagen sollten erwähnt und am Ende aufgelistet werden.

Als Anlagen beigefügt werden sollten:

  • Eine Kopie der Sterbeurkunde.
  • Einen Nachweis über die Erbenstellung bedarf es in der Regel nicht.

Im Folgenden findest Du ein Muster einer Kündigung.

Muster einer Kündigung

Tipps

Nachweis über Versendung

Um einen Nachweis zu haben, solltest Du den Brief am besten per Einschreiben mit Rückschein versenden

Prüfen, ob Leihgeräte an den Anbieter zurückgesendet werden müssen!

Hat ein Anbieter dem Erblasser Leihgeräte (z.B. Modem) zur Verfügung gestellt, solltest Du (oder einer Deiner Miterben) Dich beim Anbieter erkundigen, ob diese zurückgesendet werden müssen und falls ja, dies auch zeitnah tun.

Hinweis

Bei Telefon-/ Handyverträgen können noch Telefonrechnungen anstehen. Die jeweiligen Vertragspartner senden den Erben am Ende eine Schussrechnung. Ist die Schlussrechnung in Ordnung, sollten die Erben – je nach Ergebnis – die Zahlungsverpflichtungen begleichen oder bei einer Gutschrift die Auszahlung nachverfolgen.

Tipps

Rundfunkbeitrag abmelden nicht vergessen!

Wenn ein Beitragszahler verstorben ist, muss das bisherige Beitragskonto abgemeldet werden. Dazu wird eine Kopie der Sterbeurkunde benötigt und der Erblasser muss abgemeldet werden. Mehr zu dem Thema und zum Online-Formular ‚Abmelden‘ findest Du bei rundfunkbeitrag.de unter diesem Link.

Abonnements von Pay-TV-Anbietern kündigen!

Hat der Erblasser Abonnements von Pay-TV-Anbietern, die die Erben nicht übernehmen möchten, sollten die Erben diese zeitnah kündigen!

Beachte

Bei Weiterführung des Mobilfunkvertrages durch die Erben ist ein Inhaberwechsel erforderlich.

Versicherungen

Ob ein Versicherungsvertrag mit dem Tod automatisch endet oder ob dieser auf die Erben übergeht und weiterläuft, hängt davon ab, ob die Versicherung personenbezogen oder sachbezogen ist.

Grundsätzlich gilt, dass die Erben die Versicherungen so schnell wie möglich über den Todesfall informieren sollten.

I. Personenbezogene Versicherungen

Personenbezogene Versicherungen enden in der Regel mit dem Tod. Eine Kündigung des Vertrages ist in der Regel nicht erforderlich. Die Erben sollten die Versicherung über den Todesfall so schnell wie möglich benachrichtigen.

Beispiele für personenbezogene Versicherungen sind:

  • Krankenversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Private Haftpflichtversicherung für personenbezogene Risiken
  • Unfall- und Lebensversicherungen – mehr dazu findest Du unter ‚Unfall-/ Lebensversicherungen‘

Hinweis

Bei Familienversicherungen oder bei besonderen Vereinbarungen mit der Versicherung besteht u.U. die Möglichkeit, dass  der Versicherungsvertrag übernommen werden kann, z.B. bei der privaten Haftpflichtversicherung.

Welche Möglichkeiten konkret bestehen, sollten die Erben mit der jeweiligen Versicherung besprechen.

BENACHRICHTIGUNG KONKRET

Was muss bei der Benachrichtigung beachtet werden?

Die Benachrichtigung sollte zeitnah erfolgen.

Da jedem Vertrag unterschiedliche Vereinbarungen zugrunde liegen, dienen die dargelegten  Informationen lediglich als Grundlage. Die Benachrichtigung musst individuell auf Deinen konkreten Vertrag zugeschnitten werden.

Grundsätzlich gilt für das Schreiben:

  • Dem jeweiligen Vertragspartner sollten die Erben – unter Angabe der Vertrags- oder Kundennummer – mitteilen, dass der bisherige Vertragspartner, nämlich der Erblasser, verstorben ist und die Erben die Rechtsnachfolger sind.
  • Eine Kopie der Sterbeurkunde sollte beigefügt werden.
  • Eine bestehende Einzugsermächtigung sollten die Erben widerrufen.
  • Die Endabrechnung sollte den Erben übersandt werden und für den Fall einer Erstattung sollte eine Kontoverbindung angegeben werden.
  • Die Beendigung des Vertrags sollte von der jeweiligen Versicherung schriftlich bestätigt werden.
  • Beigelegte Unterlagen sollten erwähnt und am Ende aufgelistet werden.

Im Folgenden findest Du ein Muster einer Benachrichtigung.

Muster einer Benachrichtigung

Hinweis

Ein bereits im Voraus bezahlter Jahresbeitrag wird anteilig zurückerstattet, wenn der Vertrag automatisch endet.

II. Sachbezogene Versicherungen

Sachbezogene Versicherungen bleiben zunächst bestehen. Je nach Situation ist eine Vertragsübernahme oder eine Kündigung sinnvoll.

Beispiele für sachbezogene Versicherungen sind:

  • Wohngebäudeversicherung
  • Kfz-Versicherung (Haftpflicht und Kasko)
  • Hausratsversicherung

Beispiel

Kfz-Versicherung: Übernimmt der Erbe das Fahrzeug, läuft die Kfz-Versicherung – unter Anpassung der Beiträge (z.B. bzgl. des Schadensfreiheitsrabatts des Erben) – weiter. Dabei kann der Erbe u.U. den Schadensfreiheitsrabatt des Erblassers in einem gewissen Umfang übernehmen. Verkauft er den Wagen oder meldet er diesen um, kann er die Versicherung auch wechseln.

Je nachdem, ob die Erben die Versicherung des Verstorbenen fortführen oder beenden wollen, bestehen verschiedene Handlungsoptionen.

Du und Deine Miterben haben die Wahl:

Sachbezogene Versicherungen

A.

Die Erben möchten einen oder mehrere Verträge übernehmen.

Wollen die Erben die Verträge übernehmen, können die Erben dies zu den bestehenden Konditionen tun.

Dem jeweiligen Vertragspartner sollten die Erben möglichst schnell mitteilen, dass der bisherige Vertragspartner, nämlich der Erblasser verstorben ist und die Erben als Rechtsnachfolger den jeweiligen Vertrag fortführen möchten.

B.

Die Erben möchten einen oder mehrere Verträge beenden.

Werden die Verträge nicht benötigt, sollten die Erben diese schnellst möglich kündigen, um weitere Kosten zu vermeiden. Bestehende Einzugsermächtigungen sollten widerrufen werden.

KÜNDIGUNG KONKRET

Wie sind die Kündigungsfristen?

Es gelten die vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen. Ein außerordentliches Kündigungsrecht gibt es in der Regel nicht. Eine Ausnahme kann darin bestehen, dass die Erben eine Versicherung in gleichem Umfang bereits haben.

Wer unterschreibt die Kündigung?

Die Erben

Die Kündigung sollte von allen Erben erklärt und unterschrieben werden, da es sich bei der Kündigung eines Vertrages um eine Verfügung handelt, über die die Miterben nur gemeinschaftlich entscheiden können.

Sind sich die Erben nicht einig und beruht die Entscheidung, den Vertrag zu kündigen auf einem Beschluss der Mehrheit der Erben (berechnet nach den Erbanteilen), wird vertreten, dass die Erben auch ohne Mitwirkung des überstimmten Miterben den Vertrag kündigen können, wenn es sich bei der Verfügung um die Umsetzung einer durch Mehrheitsbeschluss gefassten ordnungsgemäßen Maßnahme (wie bspw. die Kündigung eines Versicherungsvertrages) handelt.

Allerdings fordern in der Praxis die Vertragspartner oft die Unterschrift von allen Miterben.

Der bevollmächtigte Miterbe

Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Erben einen Miterben bevollmächtigen für die Erbengemeinschaft tätig zu werden. Dann kann der bevollmächtigte Erbe die Kündigung für die Erbengemeinschaft unter Vorlage seiner Vollmacht vornehmen.

Wie wird die Kündigung durchgeführt?

Da jedem Vertrag unterschiedliche Vereinbarungen zugrunde liegen, dienen die dargelegten Informationen lediglich als Grundlage. Die Kündigung muss dann individuell auf den konkreten Vertrag zugeschnitten werden.

Grundsätzlich gilt für das Schreiben:

  • In dem Kündigungsschreiben sollten die Erben der jeweiligen Versicherung – unter Angabe der Versicherungsnummer – mitteilen, dass der bisherige Vertragspartner, nämlich der Erblasser, verstorben ist und die Erben als Rechtsnachfolger den Vertrag kündigen.
  • Den Vertrag sollten die Erben mit sofortiger Wirkung, hilfsweise zum nächstmöglichen Termin kündigen.
  • Eine bestehende Einzugsermächtigung sollten die Erben widerrufen.
  • Die Endabrechnung sollte den Erben übersandt werden und für den Fall einer Erstattung eine Kontoverbindung angegeben werden.
  • Die Kündigung unter Mitteilung des genaue Zeitpunkts der Vertragsbeendigung sollte von der jeweiligen Versicherung schriftlich bestätigt werden.
  • Beigelegte Unterlagen sollten erwähnt und am Ende aufgelistet werden.

Als Anlagen beigefügt werden sollte:

  • Eine Kopie der Sterbeurkunde.
  • Einen Nachweis über die Erbenstellung bedarf es in der Regel nicht.

Im Folgenden findest Du ein Muster einer Kündigung.

Muster einer Kündigung

Tipp

Um einen Nachweis zu haben, sollte der Brief am besten per Einschreiben mit Rückschein versendet werden.

Hinweis

Ein bereits im Voraus bezahlter Jahresbeitrag wird anteilig zurückerstattet, wenn der Vertrag automatisch oder durch Kündigung endet.

III. Wie finde ich heraus, welche Versicherungen der Erblasser abgeschlossen hat?

Es gibt verschiedene Recherche-Möglichkeiten, um herauszufinden, welche Versicherungen der Erblasser abgeschlossen hat:

  • Prüfung der Unterlagen des Erblassers
  • Durchsicht der Kontoauszüge des Verstorbenen nach Zahlungen an eine Versicherung
  • Durchsicht der vergangenen Steuererklärungen unter Sonderausgaben nach Versicherungen
  • Ggf. Nachfrage beim Versicherungsvermittler des Verstorbenen
  • Recherche direkt bei den Versicherungen – über die Unternehmensdatenbank des Bundesaufsichtsamts für Finanzdienstleistungen kannst Du Dir einen Überblick über die existierenden Versicherungen verschaffen (www.bafin.de, Link zur Datenbank).

Leasingvertrag

Je nachdem, ob die Erben den Leasingvertrag des Verstorbenen fortsetzen oder beenden möchten, bestehen verschiedene Handlungsoptionen.

Du und Deine Miterben habt die Wahl:

Leasingvertrag

A.

Die Erben möchten den Leasingvertrag übernehmen.

Wollen die Erben den Leasingvertrag übernehmen, können sie dies zu den bestehenden Konditionen tun, es sei denn der Leasinggeber kündigt den Leasingvertrag wirksam außerordentlich.

Der Leasinggeber kann innerhalb eines Monats nach Kenntnis des Todes den Leasingvertrag außerordentlich kündigen. Dies gilt nicht, wenn das Kündigungsrecht vertraglich ausgeschlossen wurde. In diesem Fall gelten die vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen.

Dem Leasinggeber sollte mitgeteilt werden, dass der bisherige Vertragspartner, nämlich der Erblasser verstorben ist und die Erben als Rechtsnachfolger den Vertrag fortführen möchten. Als Nachweis sollte eine Kopie der Sterbeurkunde beigelegt werden.

B.

Die Erben möchten den Leasingvertrag beenden.

Benötigen die Erben den Leasingvertrag nicht, sollte dieser schnellst möglich (außerordentlich) gekündigt werden, um weitere Kosten zu vermeiden. Bestehende Einzugsermächtigungen sollten widerrufen werden.

KÜNDIGUNG KONKRET

Wie sind die Kündigungsfristen?

Die Erben können den Leasingvertrag innerhalb eines Monats außerordentlich kündigen. Die Frist beginnt, nachdem die Erben Kenntnis vom Tod des Erblassers haben. Auch der Leasinggeber hat ein außerordentliches Kündigungsrecht innerhalb eines Monats nach Kenntnis vom Tod des Leasingnehmers.

Das außerordentliche Kündigungsrecht besteht nicht, wenn es vertraglich ausgeschlossen wurde. Dann gelten die vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen.

Hinweis

Im Falle der Kündigung müssen die Erben die geleaste Sache zurückgeben.

Sehen die Vertragsbedingungen dies vor, kann der Leasinggeber bei dieser vorzeitigen Kündigung eine Abschlusszahlung verlangen.

Tipp

Es besteht alternativ auch die Möglichkeit einer Leasingübernahme durch einen neuen Leasingnehmer, den die Erben für den Vertrag vorschlagen können. Der Leasinggeber muss allerdings zustimmen.

Wer unterschreibt die Kündigung?

Die Erben

Die Kündigung sollte von allen Erben erklärt und unterschrieben werden, da es sich bei der Kündigung eines Vertrages um eine Verfügung handelt, über die die Miterben nur gemeinschaftlich entscheiden können.

Sind sich die Erben nicht einig und beruht die Entscheidung, den Vertrag zu kündigen auf einem Beschluss der Mehrheit der Erben (berechnet nach den Erbanteilen), wird vertreten, dass die Erben auch ohne Mitwirkung des überstimmten Miterben den Vertrag kündigen können, wenn es sich bei der Verfügung um die Umsetzung einer durch Mehrheitsbeschluss gefassten ordnungsgemäßen Maßnahme (wie bspw. die Kündigung eines Leasingvertrages) handelt.

Allerdings fordern in der Praxis die Vertragspartner oft die Unterschrift von allen Miterben.

Der bevollmächtigte Miterbe

Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Erben einen Miterben bevollmächtigen für die Erbengemeinschaft tätig zu werden. Dann kann der bevollmächtigte Erbe die Kündigung für die Erbengemeinschaft unter Vorlage seiner Vollmacht vornehmen.

Wie führe ich die Kündigung durch?

Da jedem Vertrag unterschiedliche Vereinbarungen zugrunde liegen, dienen die dargelegten Informationen lediglich als Grundlage. Die Kündigung musst individuell auf den konkreten Vertrag zugeschnitten werden.

Grundsätzlich gilt für das Schreiben:

  • In dem Kündigungsschreiben sollte dem Leasinggeber – unter Angabe der Vertrags- oder Kundennummer – mitgeteilt werden, dass der bisherige Vertragspartner, nämlich der Erblasser, verstorben ist und die Erben als Rechtsnachfolger den Vertrag außerordentlich unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist kündigen, hilfsweise zum nächstmöglichen Termin.
  • Eine bestehende Einzugsermächtigung sollte widerrufen werden.
  • Die Endabrechnung sollte den Erben übersandt werden und für den Fall einer Erstattung sollte eine Kontoverbindung angegeben werden.
  • Die Kündigung unter Mitteilung des genaue Zeitpunkts der Vertragsbeendigung sollte schriftlich bestätigt werden.
  • Beigelegte Unterlagen sollten erwähnt und am Ende aufgelistet werden.

Als Anlagen beigefügt werden sollte:

  • Eine Kopie der Sterbeurkunde.
  • Einen Nachweis über die Erbenstellung bedarf es in der Regel nicht.

Im Folgenden findest Du ein Muster einer Kündigung.

Muster einer Kündigung

Tipp

Um einen Nachweis zu haben, sollte der Brief am besten per Einschreiben mit Rückschein versendet werden.

Hinweis

Bei Leasingverträgen können noch Leasingraten anstehen. Der Leasinggeber sendet den Erben am Ende eine Schussrechnung. Ist die Schlussrechnung in Ordnung, sollten die Erben – je nach Ergebnis – die Zahlungsverpflichtungen begleichen oder bei einer Gutschrift die Auszahlung nachverfolgen.

Weitere Verträge

Bei den meisten Verträgen gilt, dass diese auf den Erben als Rechtsnachfolger des Erblassers im Todesfall übergehen und zu den bisherigen Konditionen weiterlaufen. Nur „höchstpersönliche“ Verträge enden automatisch, z.B. der Arbeitsvertrag.

Wollen die Erben den jeweiligen Vertrag übernehmen, sollten die Erben dies dem jeweiligen Vertragspartner kurz mitteilen.

Wollen die Erben den jeweiligen Vertrag beenden, sollten die Erben dies zeitnah tun, um weitere Kosten zu vermeiden.

  • Es gelten die im Vertrag vereinbarten Kündigungsfristen. Bei einigen Verträge gibt es Sonderregelungen für den Todesfall (z.B. in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen), das solltest Du prüfen.
  • Ein Sonderkündigungsrecht für Erben gibt es in der Regel nicht. Es gibt aber Ausnahmen, z.B. beim Mietvertrag und beim Leasingvertrag.
  • In der Praxis reagieren die Vertragspartner oft kulant und ermöglichen ein frühes Vertragsende. Manchmal fordern die Vertragspartner auch eine Entschädigung bzw. Ausgleichszahlung für ein früheres Vertragsende.

Mehr zu dem Thema findest Du unter ‚Verträge allgemein‘.

Im Folgenden findest Du Besonderheiten bei weiteren Verträgen:

Spenden

  • Spenden können i.d.R. jederzeit ohne eine Frist gekündigt werden.
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